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Das Hertha-Projekt: Der erste Tag – Teil 2

Im Laufe des Nachmittages legt eine unserer Herthas noch ein Ei. Insgesamt sind es fünf Herthas und fünf Eier. Doch wie schon in den Artikeln vorher erwähnt: Nach 14 bis 15 Monaten lässt die Legeleistung der Hybriden, also auch unserer Herthas, nach und ist für die gewerbliche Eierproduktion nicht mehr wirtschaftlich genug. „Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann jetzt gehen!“ Doch das nur am Rande.

Erste Ausgehversuche von Kundschafter-Hertha

Kundschafter-Hertha on Tour
Kundschafter-Hertha on Tour

Die Kundschafter-Hertha ist tagsüber mehrfach im Garten spazieren gewesen. Interessant zu beobachten, wie die anderen Hennen ihr ausweichen. Als ob sie Angst vor diesem dürren Gerippe mit buntem Mäntelchen hätten. Nur die Hähne, beides richtig schwere Brummer mit rund fünf Kilo Lebendgewicht, interessieren sich für die kleine Henne. Auch sie können nicht anders und müssen gleich beweisen, wer der Chef im Ring ist.

So sieht ein stolzer Mechelner-Hahn aus
So sieht ein stolzer Mechelner-Hahn aus

Vor Caruso, unserem Sundheimer-Hahn, kann sich Hertha noch in Sicherheit bringen. So langsam, wie gestern nach der Ankunft, ist sie gar nicht mehr. Doch wenig später versucht es der Mechelner-Hahn – und schafft es beinahe, sie zu treten. Da jedoch der ältere Sundheimer immer noch das Sagen in unserem Garten hat, muss er wieder von der Kleinen ablassen. Hertha hat jetzt erstmal genug, flüchtet in den Stall und schaut erst am Nachmittag wieder heraus. Kaum ist sie im Freilauf, läuft sie unserem Caruso über den Weg und wird heftig getreten. Zufällig können wir das aus dem Fenster beobachten und haben richtig Angst um die Kleine. Unnötig, wie sich kurze Zeit später zeigt. Der Hahn lässt von ihr ab, sie schüttelt sich genau wie die anderen, und setzt ihren Weg neugierig fort. Hölchstwahrscheinlich ist auch das wieder ein Erlebnis für Hertha, das sie zum ersten Mal hat. Macht nichts, wir können unsere Herthas sowieso nicht den ganzen Tag vor der Natur schützen. Und „kaputt“ gehen die Kleinen sowieso nicht so schnell.

Klare Rangordnung erleichtern das Leben im Hühnerstall

Verletzungen, ein anderes Thema. Im Moment klappt es mit unserer Hühnerschar sehr gut, selbst die zwei Hähne respektieren sich gegenseitig und hacken sich nicht blutig. Das kann sich mit den fünf Neuankömmlingen bald ändern.

Sundheimer (links) und Mechelner (rechts)
Sundheimer (links) und Mechelner (rechts)

Hühner haben ein festes, soziales Gefüge. Es gibt eine klare, selbst für uns außenstehenden Menschen zu erkennende, Rangordnung. Unser Sundheimerhahn Caruso ist der ältere und erfahrenere Hahn – und macht das auch deutlich. Auch wenn der halbstarke Mechelner es gelegentlich versucht, Caruso hat das Sagen. Die Hennen akzeptieren den Mechelner nicht automatisch. Während die Mechelner-Hennen sich von beiden Hähnen treten lassen, sind die Marans- und Sundheimer-Hennen auf Caruso fixiert. Die Marans-Hennen hacken sogar böse nach dem Mechelner, die Sundheimer werden von ihm ganz in Ruhe gelassen.

Auch die Hennen habe eine klare Rang- und, im wahrsten Sinne des Wortes, Hackordnung. Bei den drei Sundheimern ist das gut zu erkennen. Eine von ihnen ist etwas dünner, nicht ganz so wohlgenährt. Sie wird von allen anderen Hennen „gemobbt“, ist ganz unten in der Hierarchie. Es scheint auch so, als ob die Marans langsam aber sicher das Kommando übernehmen. Dabei sind sie kaum älter als die Mechelner und ein Jahr jünger als die Sundheimer.

Die Neuankömmlinge im Stall
Die Neuankömmlinge im Stall

Natürlich muss die Rangordnung festgelegt werden. Dies geschieht teilweise sogar mit Kämpfen untereinander, die durchaus blutig ausgehen können. Der Mensch sollte nicht eingreifen – es sei denn, es kommt zu schwerwiegenden Verletzungen. Wir lassen der Natur ihren Lauf und sind gespannt, wie die Integration der Herthas wohl ablaufen wird. Zur Zeit ist es noch so, dass die Hennen den Neuankömmlingen ausweichen. Doch wie es mit dem Futter und den besten Plätzen auf der Stange wird, wissen wir jetzt noch nicht.

Fütterung der Herthas

Legehybriden müssen Eier legen, ob sie wollen oder nicht
Legehybriden müssen Eier legen, ob sie wollen oder nicht

Wir haben schon ein paar Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Zum Beispiel die Fütterung von einmal täglich am Abend rund 120 Gramm pro Huhn auf permanent verfügbar umgestellt. Das nimmt den abendlichen Stress des Futterkampfes heraus und die Wahrscheinlichkeit ist recht hoch, dass die Herthas auch noch genügend abbekommen. Wie schon erwähnt haben wir auch auf Legemehl umgestellt, damit die Nahrungsaufnahme auch mit kupierten Schnäbeln möglich ist. Glücklicherweise sind unsere Herthas nicht kupiert, wir fangen ab morgen damit an, die Fütterung langsam auf Körner umzustellen. Körner haben den Vorteil, dass der Legedruck bei den Hybriden geringer wird. Wir brauchen keine 10 Eier am Tag durch hochproteinhaltiges Futter – und die Hennen auch nicht. Die Umstellung muss nur langsam erfolgen, eine zu schnelle Umgewöhnung schadet den Organen.

Weiterlesen am 16. April …