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Lernstudio-Eggsperiment: Eggsperiment erfolgreich, Küken geschlüpft!

Erst konnten wir eines hören, dann kam das zweite Küken und das dritte Ei war angepickt. 25 Tage insgesamt hat das Eggsperiment vom Einlegen der Bruteier in den Brutkasten bis zum Schlüpfen der Sundheimer Küken gedauert. Soweit wir erkennen können, sind die drei kleinen Hühnchen gesund und munter.

Von neun Bruteiern waren drei nicht befruchtet, es blieben noch sechs. Von denen haben wir eine Schlupfrate von 50 Prozent, also drei Küken. Das ist nicht das, was wir uns erhofft haben – doch für das erste Mal denken wir: „Nicht schlecht!“

Die Sundheimer-Küken sitzen jetzt mit der Wärmeplatte im Aufzuchtkarton in der Schule. Geht doch mal gucken, wenn dort gerade kein Unterricht ist (aber bitte stört Liz dort nicht, wenn sie eine Schülerin, einen Schüler hat). Die Kleinen machen einen ganz schönen Krach mit ihren Pieptönen. Diese Woche bitte noch nicht anfassen und nächste Woche nur, wenn Gabi oder eine Lehrerin/Lehrer dabei ist. Vorher Händewaschen nicht vergessen.

Wie geht es jetzt weiter mit den Küken?

Hätten wir der Natur ihren normalen Lauf gelassen, so würde sich die Glucke liebevoll und voller Ausdauer um ihren Nachwuchs kümmern. Sie ist es, die dafür sorgt, dass ihre Küken die richtige Nahrung aufnehmen, sie bietet ihnen Unterschlupf und Wärme unter ihrem Gefieder, beschützt die Kleinen vor aufdringlichen Hühnern aus der Herde und warnt die kleinen Küken vor den alltäglich lauernden Gefahren.

Das alles haben unsere drei Küken aus der Kunstbrut nicht. Werden Eier künstlich ausgebrütet, so wachsen die Küken ohne ihre Mutter auf und der Mensch muss an vielen Stellen eingreifen. Verhungern müssen die Küken aber nicht, denn das Picken ist ihnen angeboren.

Viel wichtiger ist die lebensnotwendige Wärmequelle, mit der die fehlende Glucke ersetzt wird. Im Aufzuchtkarton ist eine Wärmeplatte so aufgestellt, dass die Küken unterschiedliche Wärmezonen zur Verfügung haben. Sie haben also die optimale Temperatur von etwa 32 Grad Celsius, sie können aber auch in einen kälteren Teil unter der Wärmeplatte flüchten. Nach etwa sechs Wochen sind die Küken gut durchgefiedert, sie kommen mit der normalen Temperatur zurecht und können dann nach draußen in den Hühnerstall gesetzt werden.

Fütterung der Küken

In den ersten 48 Stunden nach dem Schlupf müssen die Kleinen noch kein Futter aufnehme. Sie ernähren sich ausschließlich von dem Dottersack, der kurz vor dem Schlupf durch den Nabel eingezogen wird. Im Aufzuchtkarton steht aber auch schon Kükenmehl zur Verfügung. Das finden die kleinen Küken selbständig. Auch eine Stülptränke mit sauberem Wasser ist vorhanden. In dem kleinen Schälchen ist Muschelgrit, der versorgt die Küken mit wichtige Mineralstoffen, Kalk und so weiter. In den nächsten Tagen wird das Zeitungspapier entfernt und die Küken bekommen zum Picken und Scharren Vogelsand in ihre Kiste. Muschelgrit ist darin meist schon enthalten.

Vielen Dank!

Damit ist unser Lernstudio-Eggsperiment beendet. Vielen Dank, dass ihr alle so interessiert den Beiträgen im Internet gefolgt seid. Vielen Dank für die vielen, vielen Fragen – wir haben sie gerne beantwortet. Hoffentlich hat es euch soviel Spass wie uns gemacht.

Weiß eigentlich jemand, was aus dem Eggsperiment bei der Wissenssendung eines großen Privatsenders geworden ist? Wir hatten gar keine Zeit, uns das Ergebnis anzusehen.

Im nächsten Schuljahr machen wir vielleicht wieder ein Lernstudio-Eggsperiment. Oder wir begleiten einmal ein paar Küken bei ihren ersten Schritten. Mal sehen.

Schön, dass ihr dabei gewesen seid, euer

Team vom Lernstudio „Hand in Hand“

 

Lernstudio-Eggsperiment: Wie lange brütet eigentlich ein Huhn?

So haben Schierenlampen früher einmal ausgesehen, Foto: <a title="de:User:Stefan Kühn" class="extiw" href="//de.wikipedia.org/wiki/User:Stefan_K%C3%BChn">Stefan Kühn</a> at the <a title="de:" class="extiw" href="//de.wikipedia.org/wiki/">German language Wikipedia</a> [<a href="http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html">GFDL</a> or <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/">CC-BY-SA-3.0</a>], <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AEier-Durchleuchtung.jpg">from Wikimedia Commons</a>
So haben Schierenlampen früher einmal ausgesehen, Foto: Stefan Kühn at the German language Wikipedia [GFDL or CC-BY-SA-3.0], from Wikimedia Commons
Am Mittwoch wird es spannend, da sind die Bruteier unserer Sundheimer seit einer Woche im Brutkasten und werden das erste Mal geschiert. „Schieren“ nennen Geflügelzüchter das Durchleuchten der Bruteier um festzustellen, ob das Ei überhaupt eine Frucht trägt. Heißt: Ist das Ei befruchtet und haben wir eine Chance, dass nach 21 Tagen ein Küken aus dem Ei schlüpft? Was sowieso nur dann passiert, wenn wir vorher alles richtig gemacht haben. Also drückt die Daumen!

Damit haben wir auch schon die Antwort auf die Frage gegeben, wie lange so eine Henne ihre Eier ausbrütet. Das sind 21 Tage oder drei Wochen. Danach schlüpfen dann die kleinen Küken.

Das Wort „Schieren“ stammt übrigens aus dem Niederdeutschen und bedeutet durchleuchten. In der Wikipedia steht: „Dieses Durchleuchten dient vor allem dazu, unbefruchtete oder abgestorbene Eier zu erkennen, um sie von denen mit gut entwickelten Embryonen zu trennen.“ Wir werden in einem abgedunkelten Raum (im Badezimmer) die Bruteier mit einer starken Lampe durchleuchten. Wir können dann in das Ei hineinblicken und die Strukturen erkennen. Die Blutgefäße zum Beispiel, oder den kleinen Embryo. Nach 14 Tagen wird das Schieren nochmal wiederholt. Dann ist nämlich zu erkennen, ob sich die Embryonen weiterentwickelt haben.

Doch warten wir mal ganz gespannt den Mittwoch, den 7. Tag im Brutkasten, ab. Mittwochabend werden wir nach dem Schieren wissen, wieviel von unseren neun Bruteiern eine reelle Chance haben.