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Es gibt keine faulen Schüler – Von Dr. phil. habil. Gernot Barth

Mit Begeisterung sehen wir kleinen Kindern beim Spielen zu. Sie befinden sich in einer anderen Welt, so scheint es. Ihr Kosmos ist für uns unerreichbar. Jäh ändert sich die Situation, wenn der Schulalltag mit seiner Zielgerichtetheit mitunter die Kreativität, Gedankenversunkenheit, den Forscherdrang und die Eigenmotivation lähmt. Wer hat noch nicht diese oder ähnliche Aussagen der seufzenden Eltern gehört?

Tatsache ist: Die Anforderungen an das Individuum in der modernen Welt steigen. Immer stärker muss es Verantwortung für sein Lernen, für seine Bildung, für seine Entwicklung übernehmen. Und das betrifft erst recht die Schülerinnen und Schüler in der modernen Schule. Wir sollten dabei aber nicht nur die sich ständig verändernden äußeren Anforderungen sehen. Wir müssen auch immer wieder unser Bild vom Kind prüfen: Kinder wollen lernen und sich entwickeln. Das will jedes Lebewesen, also auch das Kind als Schüler. Wir Erwachsenen können Kinder nicht entwickeln, das wollen und müssen sie selbst tun!

Was wir tun können, ist, dafür zu sorgen, dass die Heranwachsenden nicht das Vertrauen in ihre eigenen Entwicklungsmöglichkeiten verlieren. Schauen wir danach, was sie hindert, schulische Lernsituationen zu bewältigen. Muten wir ihnen Verantwortung für den eigenen Entwicklungsprozess zu. Aber bedenken wir dabei auch: Unter- wie Überforderung können hinderlich sein. Gehen wir einfach davon aus, dass unsere Kinder und Schüler nicht faul sind. Sie wollen die Welt begreifen und erobern.

Individuelle Förderung und Forderungen, die den ganzen Menschen sehen, sind notwendig. Zielgerichtetes Arbeiten, die Kinder dort abholen, wo sie stehen, behutsam das Vertrauen in die eigenen Kräfte mobilisieren, Lernfreude kultivieren – all das leisten Nachhilfeschulen. Sie sind damit aus unserem Bildungssystem nicht wegzudenken.

Dr. phil. habil. Gernot Barth studierte Lehramt, promovierte zur Bildungstheorie und habilitierte in der Erziehungswissenschaft. Er ist Professor für Erziehungswissenschaften an der TU Chemnitz. Gernot Barth ist ausgebildeter Mediator für Wirtschaft und Familie und leitet das Institut für Kommunikation und Mediation in Leipzig. Seine Forschungsschwerpunkte sind Mediation und Beratung.