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Das Hertha-Projekt: Der erste Tag – Teil 1

Die mutigsten Herthas haben die Nacht auf der Stange verbracht
Die mutigsten Herthas haben die Nacht auf der Stange verbracht

Wir sind immer noch betroffen vom Zustand unserer Neuankömmlinge. Es beschäftigt uns und ist immer wieder Thema in Gesprächen. Wir posten bei Facebook, schreiben SMS und WhatsApp, erzählen es Freunden und Bekannten am Telefon und bei persönlichen Begegnungen. Dabei wissen wir aber ganz genau, dass unseren Gesprächspartnern die Vorstellungskraft fehlt. Wir haben es ja auch zur Kenntnis genommen, haben uns pflichtgemäß betroffen gezeigt und über die Eierfabriken empört – und ertappen uns dann doch wieder beim Kauf der Geflügelwurst und der Hähnchenbrustfilets. Oder des Eiersalates einer Metzgerei in Weilmünster, der doch so gut schmeckt. Wir haben das Gefühl, unserer Gesprächspartner verstehen uns nicht – bei allem gezeigten Verständnis. Wir laden ein: „Schaut euch die armen Viecher doch einmal an!“ Aber so richtig angenommen wird die Einladung nicht. Hätten wir doch auch nicht getan. Wir lassen uns nicht gerne mit den Folgen unserer eigenen Gedankenlosigkeit konfrontieren.

Integration beginnt automatisch

Doch es gibt auch Lichtblicke. Die beiden Herthas, die gestern Abend  auf die Stange geflattert sind, sitzen da am Morgen noch immer. Fast hätte ich „gesund und munter“ geschrieben – aber Sie wissen, was ich meine. Eine von ihnen macht sich später immer wieder auf, den großen Auslauf zu erkunden. Wenn es die Hertha ist, die auch gestern schon unsicher durch den Garten stakste, dann ist sie jetzt viel, viel sicherer geworden.

Trotz Stress: Unsere Herthas müssen Eierlegen, das ist ihre Natur

Vier Eier am Morgen, ein weiteres Ei im Laufe des nachmittags: Hybriden sind zum Eierlegen gezüchtet
Vier Eier am Morgen, ein weiteres Ei im Laufe des nachmittags: Hybriden sind zum Eierlegen gezüchtet

Vier weiße Eier finden sich im Stall. Richtig große Eier, freuen wir uns zunächst. Und dann ziehen wir einen Vergleich zwischen Körpergröße, Gewicht und Eiergröße – und sind schon wieder erschrocken. Natürlich wissen wir, dass Legehybriden wie unsere weißen Herthas und unsere braune Bertha auf Leistung gezüchtet sind. Auf möglichst große und schwere Eier sind sie spezialisiert. Bei Bertha ist das selbstverständlich geworden in den letzten zwei Jahren – bei ihr ist aber auch das Missverhältnis zwischen Körpergröße und -gewicht nicht gar so hoch. Sie sieht eigentlich, besonders nach der letzten Mauser, richtig propper aus.

Wie anders ist das mit unseren Neuankömmlingen. Die Herthas sind klein und dürr, können sich, mit einer Ausnahme, kaum auf den Beinen halten. Sie drängen sich nicht mehr alle fünf um die Wärmelampe, sondern entfernen sich doch ein kleines Stückchen. Aber Eierlegen, selbst nach einem anstrengenden und aufregenden Tag, das haut noch hin. Die im Verhältnis gesehenen Rieseneier aus der Handvoll Huhn wiegen bis zu 71 Gramm. Im Vergleich dazu wiegen die Eier unserer Marans-Hennen (ca. 2,5 bis 3 kg) rund 80 Gramm.

Lebenserwartung von Hühner im Allgemeinen und Legehybriden im Besonderen

Bertha sieht richtig propper aus nach der Mauser
Bertha sieht richtig propper aus nach der Mauser

Das erklärt auch, warum Legehybriden eine so geringe Lebenserwartung haben. Während Haushühner durchaus fünf bis sieben Jahre, in Einzelfällen sogar acht bis neun Jahre alt werden können, sind die für die Eierproduktion gezüchteten Hybriden meist schon nach zwei oder drei Jahren „verbraucht“ und sterben wenig später eines natürlichen Todes. Soweit kommt es in der Massentierhaltung natürlich nicht. Über den Kochtopf brauchen wir auch nicht nachzudenken. Unsere Herthas erhalten bei uns noch einen vergleichsweise schönen Platz mit regelmäßigem Futter und frischem Wasser bis an ihr natürliches Lebensende. Nicht nur, dass der Schutzvertrag von „Rettet das Huhn e.V.“ das so vorsieht – es ist auch, ganz pragmatisch gedacht, an den armen Geschöpfen nichts dran.

Weiterlesen am 15. April …

 

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